Ernährungspraxis Dr. Berling-Aumann
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Endlich schlank - Operation als letzter Ausweg

von Nadine Berling-Aumann, 26.04.13

„Du musst Dich mehr bewegen!“ - „Iss doch einfach weniger!“, diese oder ähnliche Aussprüche werden Menschen mit einem krankhaft erhöhten Übergewicht (Adipositas) regelmäßig hören. Von Adipositas wird gesprochen, wenn der Body-Mass-Index, kurz: BMI, über 30 liegt*.

 

Für Adipositas-Betroffene wird das Kopfschütteln über ihr Äußeres zuweilen hingegen zu einer echten psychischen Herausforderung. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst darüber, dass es sehr viel innere Kraft und Mut braucht, um als 1,70 Meter großer Mensch mit einem Körpergewicht von 120 kg (BMI: 41,5 = massive Adipositas) ein öffentliches Schwimmbad zu besuchen oder in Sportsachen auf einer belebten Joggingpiste ein Gehtraining durchzuhalten. Von den Belastungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Gelenke mal abgesehen, sind meist hämische Blicke oder Grinsen von den weniger Beleibten nahezu vorprogrammiert.

Was am Ende oft bleibt ist der Frust, der im wahrsten Sinne des Wortes heruntergeschluckt wird - meistens in Form von reichlich Nahrung und Getränken.

 

Spätestens wenn dann auch noch schlechte Blutwerte hinzukommen und gar ein Diabetes „ausbricht“, beginnen viele adipöse Menschen über eine Operation zur Gewichtsreduktion (Bariatrie) nachzudenken.

Hier stellt sich zumeist die Frage nach der Kostenübernahme für den Eingriff zuerst. Die gesetzlichen Krankenkassen bewilligen einen Eingriff nur, nachdem alle konventionellen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion versagt haben, und auch dann nur im Einzelfall. Ein Eingriff kostet meist mehrere tausend Euro.

 

Bekannte Verfahren in der Bariatrie sind z. B. das Magenband, der Schlauchmagen oder der Magen-Bypass. Alle Maßnahmen bewirken unter anderem ein vermindertes Hungergefühl und eine eingeschränkte Aufnahme von Nahrung durch ein vermindertes Vormagen- oder Magenvolumen. In manchen Fällen werden sogar Teile des Dünndarms ausgeschaltet (Biliopankratische Diversion, evtl. mit Duodenalswitch).

Was viele jedoch nicht wissen: je nach Eingriff kann auch die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen (z. B. Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe) gehemmt werden. Langfristig kann es so bei einer unzureichenden Versorgung beispielsweise zu Haarausfall oder Blutarmut (Anämie) kommen. Auch große Nahrungsmengen können aufgrund der verkleinerten Verdauungsorgane nicht mehr verzehrt werden. Nach der (schnellen) Gewichtsabnahme treten oft weitere Probleme auf: die Haut bildet sich nicht straff zurück, sondern hängt herunter - Fettschürzen entstehen. Krankenkassen übernehmen in der Regel weder die Kosten für die nun notwendige Hautstaffung noch für Nahrungsergänzungsmittel.

 

Die Entscheidung für oder gegen eine Operation zur Gewichtsreduktion sollte von den Betroffenen also sehr gut durchdacht und abgewogen werden. Dazu gehört auch die Einbeziehung von Menschen, die einem nahe stehen, Ärzten aber auch Gespräche und Schulungen von ausgebildeten Ernährungsfachkräften.

So ist es essentiell wichtig, dass das Essen und Trinken bereits VOR dem Eingriff geübt wird. Auch eine ernährungstherapeutische Betreuung nach dem Eingriff sollte sicher gestellt sein.

 

Letztlich sollte die Entscheidung um einen bariatrischen Eingriff immer vom Einzelfall abhängig gemacht werden. Ganz unabhängig davon ob sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessert oder nicht: eine Operation mit dem Ziel der Gewichtsreduktion wird Veränderungen in allen Bereichen des Lebens nach sich ziehen - in den meisten Fällen irreversibel.

 

Quellen:

Hellbardt, M: Bariatirische Eingriff. Ernährungs-Umschau 2012; (11):642-654

 

Wolf, AM: Chirurgischer Eingriff ins Leben. Ernährungstherapie 2013. Fortbildungsveranstaltung von QUETHB e.V.

 

*Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. Die Formel lautet:

BMI = Körpergewicht : (Körpergröße in m)2. Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.

 

Dies bedeutet, eine Person mit einer Körpergröße von 162 cm und einem Körpergewicht von 66 kg hat einen BMI von 25,2

[66 : (1,62 m)2 = 25,2].

 

Der "erstrebenswerte" BMI hängt vom Alter ab. Folgende Übersicht zeigt BMI-Werte für verschiedene Altersgruppen:

Alter                 BMI

19-24 Jahre      19-24

25-34 Jahre      20-25

35-44 Jahre      21-26

45-54 Jahre      22-27

55-64 Jahre      23-28

>64 Jahre         24-29

 

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